Gaming-Stuhl: Auswahlkriterien, Unterschiede & Tipps

Gaming bedeutet in erster Linie stundenlanges Sitzen. Minderwertige Sitzmöbel können nach der Arbeit, die oftmals ebenfalls im Sitzen verrichtet wird, zu nachhaltigen Schäden führen. Gegen eine schlechte Haltung und dauerhafte Beschwerden kämpfst du idealerweise mit einem exzellenten Gaming-Stuhl an. In diesem Ratgeber erfährst du, wie du den perfekten Gaming-Stuhl findest.

Die wichtigsten Kriterien beim Kauf des Gaming-Stuhls

Auf folgende Eigenschaften und Ausstattungsmerkmale solltest du beim Kauf eines Gaming-Stuhls besonderen Wert legen:

Material

Ein Großteil der Gaming-Stühle besitzt Bezüge, die entweder aus Stoff, Kunst- oder Echtleder bestehen. Stoff hat dabei den Vorteil, dass er atmungsaktiv und hitze- sowie kälteabweisend ist. Die Reinigung fällt dafür umso schwerer als bei Lederstühlen. Kunstleder gilt hingegen als günstig und pflegeleicht, hat jedoch seine Probleme mit der Atmungsaktivität. Flecken lassen sich vom hochwertig aussehenden Kunstleder jedoch hervorragend entfernen. Dies trifft auch auf Echtleder zu. Gleichzeitig gilt dieses Material als deutlich atmungsaktiver und langlebiger. Diese Vorteile bezahlst du in der Regel jedoch durch einen höheren Preis und durch die ökologisch fragwürdige Historie des Echtleders.

Design

Ein bedeutsames Kriterium und der größte Unterschied zum herkömmlichen Schreibtischstuhl ist das Design. Einzelne Elemente eines Gaming-Setups bilden oft eine Synergie durch bunte LEDs und futuristische Farben- und Formen. Der Gaming-Stuhl fügt sich im Idealfall harmonisch in das Gaming-Setup ein und besticht durch eine besonders hochwertige Optik.

Ergonomie

Ein ergonomischer Gaming-Stuhl fördert die Gesundheit von Nacken und Rücken. Achte darauf, dass dein Kopf nicht weit über das Ende der Kopfstütze hinausragt! Zudem sollten zwischen das Ende der Sitzkante und der Kniekehle etwa zwei bis drei Finger passen. Nur dann verfügt der Stuhl über die optimale Größe. Gesundes Sitzen bedeutet, mit den Füßen fest auf dem Boden zu stehen, während alle Körperteile von den Schenkeln bis zum Kopf voll auf den Sitz- und Lehnenflächen aufliegen. Wird dabei ein leichter, aber nicht schmerzhafter Druck auf die Unterseite der Schenkel ausgeübt, sitzt du perfekt.

Stabilität

Ein sicherer Stand ist unabdingbar, damit der Stuhl auch in einigen Jahren noch als Sitzgelegenheit dienen kann. Das Herzstück dafür ist das Fußkreuz, das ein ordentliches Gewicht und eine vernünftige Größe besitzen sollte. Idealerweise besteht das Fußkreuz aus Stahl oder Aluminium und ragt einige Zentimeter über die vordere Sitzkante hinaus. Rollen mit einer Feststellfunktion oder zumindest einer Lauffläche aus Gummi unterstützen die Standfestigkeit und schonen den Boden. Zudem sollten die Armlehnen des Gaming-Stuhls stufenlos höhenverstellbar sein und unter keinen Umständen wackeln. Für die bestmögliche Sicherheit müssen diese beim Nutzen der Tastatur starr bleiben.

Verarbeitung

Sauber verarbeitete Nähte und leichtgängige Rollen verbessern nicht nur Optik und Komfort. Sie garantieren zudem eine enorme Langlebigkeit. Daher solltest du darauf achten, bei einem renommierten Hersteller zu kaufen. Die Behandlung mit bestimmten Chemikalien kann zudem Haut- und Atemwegsreizungen verursachen, was du anhand der Siegel und Herstellerangaben ausschließen kannst.

Komfort

Ausgiebige Sessions im Multiplayer lassen sich nur mit einem angenehmen Sitzgefühl überstehen. Stühle werden dabei mit Sitzflächen in unterschiedlichen Härtegraden verkauft, die angegebene Dichte gibt Auskunft darüber. Unter 50 kg/m³ sprechen für eine besonders weiche Sitzfläche, ab 70 kg/m³ gilt der Stuhl als hart. Kalt- oder Schnittschaum dienen als Standardpolster, günstige Stühle sind jedoch mit einfachem Füllmaterial bestückt, das kaum Komfort bietet. Ebenso trägt eine verstellbare Rückenlehne mit leichter Wölbung und unabhängiger Unterstützung der einzelnen Rückenpartien dazu bei, dass du auf deinem Gaming-Stuhl bequem sitzt.

Diese Merkmale besitzt ein hochwertiger Gaming-Stuhl

Den perfekten Gaming-Stuhl gibt es nicht. Bei der Kaufentscheidung spielen persönliche Vorlieben und das Bauchgefühl eine entscheidende Rolle. Einige Eigenschaften sollte ein ansprechender Gaming-Stuhl jedoch zwingend besitzen.

Ein gewisses Eigengewicht gilt als Voraussetzung für Qualität und Stabilität. Dieses deutet darauf hin, dass der Gaming-Stuhl in erster Linie aus Stahl und Aluminium besteht und so das übliche Körpergewicht eines Erwachsenen übersteht. Keinesfalls dürfen einzelne Bauteile wackeln oder sich durch das Sitzen verformen.

Ebenso sollten Teile wie die Sitzfläche, die Rücken- sowie die Armlehnen verstellbar sein. Nur so kann bei unterschiedlichen Körpergrößen ein ergonomisches Sitzgefühl gewährleistet werden.

Oftmals werden bei der Kaufentscheidung die Rollen außer Acht gelassen. Nicht jeder Rollentyp ist beispielsweise auch für Teppiche geeignet. Zudem müssen diese stabil genug sein, um sowohl das Gewicht des Stuhls als auch die Körpermasse zu tragen, ohne Kratzer im Boden zu hinterlassen.

Woran du einen schlechten Gaming-Stuhl erkennst

Geringe Möglichkeiten zur Individualisierung des Sitzgefühls sind kein ausschlaggebendes Kriterium, anhand dessen du einen schlechten Stuhl erkennst. Minderwertige Gaming-Stühle sind vielmehr anhand zweitklassiger Materialien zu bestimmen. Zu viel Plastik an den falschen Stellen, scharfe Kanten und schlecht verarbeitete Nähte sprechen für einen Stuhl, auf den du verzichten solltest. Oft ist dies allein schon am Preis sowie am Herstellernamen abzulesen. Ebenfalls deutet ein starker Chemiegeruch auf niedrige Qualität hin. Schlechte Stühle werden zudem oftmals in zahlreichen Einzelteilen geliefert und lassen sich darüber hinaus nur mit Mühe aufbauen.

Die Bedeutsamkeit der Gewichtsangabe

In der Beschreibung der Gaming-Stühle findet sich stets ein zulässiges Maximalgewicht, wobei ein großes Spektrum an Körpermassen abgedeckt wird. Dies ist gleich aus zwei Gründen bedeutsam.

Einerseits sollte kein Stuhl mit einer zu niedrigen Gewichtsangabe gekauft werden, da ansonsten die Stabilität beeinträchtigt werden könnte, während gleichzeitig die Gewichtsverteilung nicht optimal gewährleistet wäre. Doch auch Stühle mit einer zu hohen Gewichtsklasse kommen nicht in Frage. Erstens sind deren Polster oftmals zu stark für bequemes Sitzen, zweitens sind die Sitz- und Rückenflächen zudem zu breit, um eine gesunde Körperhaltung fördern zu können.

Wo unterscheiden sich Gaming- und Schreibtischstühle?

Sowohl Gaming-Stühle als auch herkömmliche Schreibtischstühle sind darauf ausgelegt, viele Stunden still vor dem PC sitzen zu können. Daher weisen beide Typen kaum nennenswerte Unterschiede im Aufbau und in der Verarbeitung auf. Explizit für das Gaming beworbene Stühle verfügen in der Regel über eine futuristische oder sportliche Optik, die den Unterschied macht. Solltest du im Sortiment der Gaming-Stühle keinen Favoriten finden oder von der Optik abgeschreckt sein, kannst du bedenkenlos zu einem normalen Schreibtischstuhl greifen. Dieser sollte jedoch die Mindestanforderungen an Stabilität, Verarbeitung und Komfort erfüllen.

Kein Gaming-Stuhl ist perfekt

Ein Gaming-Stuhl ist nur so gut, wie es Körpergröße, Gewicht und die eigenen Bedürfnisse zulassen. Somit existiert kein Stuhl, der alle Nutzer gleichermaßen zufriedenstellt. Anhand der genannten Kriterien sollte dir die Kaufentscheidung jedoch deutlich leichter fallen. Am wichtigsten bei der Nutzung des Gaming-Stuhl ist jedoch, dass du dir eine gesunde Sitzhaltung aneignest, damit die volle Wirkung entfaltet werden kann, sodass Nacken, Rücken und Wirbelsäue nachhaltig gestützt und die Gesundheit gefördert werden.

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