Gaming-Maus: Auswahlkriterien, Unterschiede & Tipps

Passionierte Gamerinnen und Gamer wissen es längst: Wer erfolgreich sein will, muss auf hochwertige Peripheriegeräte setzen. Gaming-Mäuse sind entsprechend weit verbreitet und zählen zur absoluten Grundausstattung eines Gamingsetups. Doch worauf ist beim Kauf zu achten und wie unterscheiden die vielen erhältlichen Produkte sich voneinander? Der vorliegende Artikel hilft, eine fundierte Kaufentscheidung zu treffen und verschafft dir damit den entscheidenden Vorteil!

Auswahlkriterien für Gaming-Mäuse und Tipps für die Kaufentscheidung

Gaming-Maus ist nicht gleich Gaming-Maus. Zwischen den verschiedenen Mäusen, die auf dem Markt erhältlich sind, gibt es teils erhebliche Unterschiede, die sich deutlich auf den Spielerfolg auswirken können. Nicht jede Gaming-Maus ist für jede Spielart geeignet – und schon gar nicht für jede Gamerin und jeden Gamer. Beachtest du die folgenden Auswahlkriterien, dürfte es dir jedoch leichtfallen, ein für dich geeignetes Produkt zu finden.

Die Auflösung der Gaming-Maus

Der DPI-Wert einer Gaming-Maus ist für die Kaufentscheidung meist von zentraler Bedeutung. Die Abkürzung steht für Dots per Inch. Sie gibt also an, wie viele Bildpunkte der Mauszeiger in einer bestimmten Zeit zurücklegen kann. Je größer dieser Wert ist, desto schneller bewegt der Zeiger sich und desto empfindlicher reagiert die Maus. Eine möglichst hohe Auflösung ist also sinnvoll, wenn schnelle Reaktionen gefragt sind – und das ist bei den allermeisten Spielen der Fall. Zu beachten ist jedoch, dass ein weiteres Anheben des Maximalwertes ab einer bestimmten Schwelle nicht mehr zu spürbaren Verbesserungen führt und in Extremregionen sogar zum Jitter-Effekt, dem Schlingern des Cursors, führen kann. Mehr ist also zwar prinzipiell besser, jedoch nur bis zu einer bestimmten Grenze. Sehr leistungsstarke Gaming-Mäuse verfügen heute über maximale Auflösungen zwischen 16.000 und 20.000 DPI. Spürbare Unterschiede zwischen den Werten dieses Spektrums gibt es bereits kaum noch.

Neben dem Maximalwert sind auch die Einstellungsoptionen bei der Auswahl einer passenden Gaming-Maus zu beachten. Idealerweise ist eine stufenlose Einstellung der Auflösung möglich. Damit hast du die Auflösung deiner Maus in jeder Spielsituation selbst in der Hand und kannst sie flexibel an geänderte Rahmenbedingungen anpassen. Das ist vor allem sinnvoll, wenn du die Maus für unterschiedliche Spiele einsetzt oder sie neben dem Gaming auch für andere Tätigkeiten verwendest, die Präzision erfordern. Auch eine mehrstufige Verstellbarkeit erfüllt diesen Zweck. Der DPI-Wert sollte dabei möglichst direkt an der Maus regelbar sein, da du dir so das Aufrufen von Software sparst. Die meisten Gaming-Mäuse verfügen über ein kleines Rad, mit dem zwischen verschiedenen Werten umgeschaltet werden kann.

Das Gewicht der Gaming-Maus

Auch das Gewicht einer Gaming-Maus ist ein relevantes Auswahlkriterium. Je schwerer die Maus ist, desto langsamer muss sie über das Mauspad bewegt werden. Das wirkt sich auch auf den Mauszeiger aus: Schwere Mäuse verhindern schnelle Cursorbewegungen. Sie bieten jedoch auch Vorteile. So ist es mit einer äußerst schweren Maus beinahe ausgeschlossen, versehentlich über das Ziel hinauszuschießen. Präzises Ansteuern und Zielen ist mit einer schweren Maus besser möglich als mit einer leichten.

Auch hier lassen sich also kaum pauschale Empfehlungen aussprechen. Welches Gewicht für dich am besten geeignet ist, hängt vor allem davon ab, welche Art von Spielen du spielst. Hektische Shooter, die sehr schnelle Reaktionen erfordern, machen etwa eine eher leichte Maus erforderlich. Ein Fliegengewicht solltest du dir jedoch nicht anschaffen, da dir in diesem Falle mit höherer Wahrscheinlichkeit die Zielgenauigkeit abhandenkommen wird. Im Profibereich werden bei schnellen Spielen meist Mäuse bevorzugt, die etwas weniger als 100 Gramm wiegen. Besonders flexibel bist du mit einer Gaming-Maus, deren Gewicht anpassbar ist. Ermöglicht wird das über abnehmbare Beschwerungsteile.

Beachten solltest du auch die Interferenzen zwischen Gewicht und Gleitfähigkeit einer Maus: Eine schwere Maus, die sehr gut gleitet, verliert einen Teil ihrer Trägheit und kann damit einer leichteren Maus mit schlechten Gleitfähigkeiten hinsichtlich der Reaktionsgeschwindigkeit ebenbürtig oder sogar überlegen sein.

Die Anzahl der belegbaren Tasten der Gaming-Maus

Eine gewöhnliche Maus verfügt über zwei Haupttasten sowie ein als Taste nutzbares Scrollrad. Bei Gaming-Mäusen verhält es sich anders: Nicht selten sind sie mit sechs oder sieben Tasten ausgestattet. Nötig ist das, da die vielen Aktionen, die in Spielen möglich sind, kaum mit nur drei Tasten umgesetzt werden können. Die Zusatztasten von Gaming-Mäusen sind in der Regel frei programmierbar. Sie können also nach Belieben belegt werden, was die Anpassung der Maus an die eigenen Bedürfnisse ermöglicht.

Zusätzliche Tasten können darüber hinaus die Effizienz im Spiel steigern: Mit der Maushand können so mehrere Aktionen zugleich bzw. direkt nacheinander ausgeführt werden. Könnte nur die Tastaturhand genutzt werden, um über das Zielen hinausgehende Aktionen durchzuführen, wäre die Effizienz hingegen deutlich eingeschränkt. Zusätzliche Tasten stellen im Gamingbereich also eine Notwendigkeit dar.

Die Reaktionszeit der Gaming-Maus

Wie schnell du eine bestimmte Reaktion auslösen kannst, hängt nicht nur von deiner persönlichen Reaktionsgeschwindigkeit, dem Gleitverhalten der Maus und der Auflösung ab, sondern auch von der Übertragungsgeschwindigkeit zwischen Maus und Computer. Durchschnittliche Gaming-Mäuse weisen Reaktionszeiten von etwa einer Millisekunde auf. High-End-Geräte reagieren sogar noch schneller: Hier ist teilweise eine Reduktion der Reaktionszeit auf 0,2 Millisekunden möglich.

Die Lift-Off-Distanz der Gaming-Maus

Im Eifer des Gefechts hebt die Maushand schnell einmal ab. Es wäre äußerst ärgerlich, würde der Mauszeiger dabei jedes Mal verrutschen. Aus diesem Grund sind Gaming-Mäuse in aller Regel mit einer Blockierfunktion ausgestattet, die eingreift, wenn die Maus sich zu weit vom Untergrund entfernt. Die genaue Entfernung, ab der die Maus nicht mehr reagiert, wird als Lift-Off-Distanz bezeichnet. In der Praxis ist eine geringe Lift-Off-Distanz sinnvoll. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Mäusen, die mit dieser Funktion ausgestattet sind, sind jedoch marginal. Wichtig ist also vor allem, dass die Lift-Off-Funktion vorhanden ist.

Die Ergonomie der Gaming-Maus

Moderne Gaming-Mäuse sind ergonomisch gestaltet. Nutzt du eine ergonomisch designte Maus, musst du auch bei längeren Spielsitzungen keine Verspannungen in Nacken oder Arm und keine Schmerzen im Handgelenk fürchten. Bei der Entscheidung für oder gegen eine Maus solltest du außerdem darauf achten, dass das jeweilige Gerät für deine Griffvorlieben geeignet ist und mit deiner Primärhand genutzt werden kann.

Unterschieden wird zwischen drei Griffarten: Neben dem Palm-Grip existieren Claw- und Fingertip-Grip. Beim Palm-Grip ruht beinahe deine gesamte Hand auf der Maus. Du steuerst das Gerät also durch Handbewegungen. Beim Claw-Grip hingegen liegen nur die Finger und der hintere Teil der Handfläche auf. Du steuerst die Maus hier aus dem Handgelenk heraus. Nutzt du den Fingertip-Grip, berühren nur deine Finger die Maus. Zur Steuerung kommen deine Fingergelenke zum Einsatz. Bevorzugst du den Palm-Grip sollte deine Maus groß sein, für den Fingertip-Grip hingegen eignen sich kleine Mäuse. Nutzt du vor allem den Claw-Grip ist ein Mittelweg am besten geeignet.

Manche Gaming-Mäuse verfügen am Rand über eine Daumenablage. Diese ist aus ergonomischer Sicht durchaus sinnvoll, da der Daumen entlastet wird. Vor der Entscheidung für eine solche Maus solltest du jedoch testen, ob du mit der gegenüber gewöhnlichen Mäusen veränderten Daumenhaltung zurechtkommst.

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