Golf spielen: Einstieg, Ausrüstung & Kosten

Golf spielen ist ein faszinierender Sport. Du hast ausreichend Bewegung, bist an der frischen Luft und die Geselligkeit kommt ebenfalls nicht zu kurz. Was sollten Einsteiger beachten? Wie teuer kommt die Ausrüstung? Was kostet eine Golfclub-Mitgliedschaft? Im nachfolgenden Beitrag erfährst du alles über den Einstieg in den Golfsport.

Einstieg in den Golfsport

Der erste Weg zum Golfspiel führt zu einer Golfschule. Dafür kannst du beispielsweise einen Golfplatz in der Nähe aussuchen oder einen Urlaub in einer Golfdestination buchen. Pros, wie die Golflehrer heißen, erteilen Privatunterricht oder unterrichten in kleinen Gruppen. Die Golfstunden finden auf der Driving Range statt, einem überdachten oder freien Bereich, um Bälle abzuschlagen.

Für die ersten Schnupperstunden brauchst du noch keine spezielle Ausrüstung. Golfschulen halten üblicherweise Leihschläger bereit. Turnschuhe sind für den Einstieg okay, dazu ein T-Shirt mit Kragen und eine knielange oder lange Hose. Bluejeans sind allerdings auf dem Golfplatz verpönt. Und keine Panik, wenn die Bälle zunächst an der Matte kleben bleiben, anstatt schwungvoll in die Luft zu fliegen. Das ist normal. Aller Anfang ist schwer und es braucht schon einiges an Übung, um den kleinen Ball richtig zu treffen.

Wenn das Spiel dich begeistert, ist es an der Zeit, über eine erste Golfausrüstung nachzudenken. Lass dich dabei von deinem Pro beraten. Er analysiert deinen Schwung und weiß, welche Schläger am besten zu dir passen. Parallel dazu solltest du dir überlegen, in welchen Golfclub zu eintreten möchtest, um das Erlernte auf dem Golfplatz auszuprobieren. Allerdings musst du davor eine kleine Hürde überwinden – die Platzreife. Diese Prüfung belegt, dass du den Ball inzwischen triffst und beim Spiel nicht den ganzen Golfplatz umpflügst.

Zur Platzreife gehört neben dem praktischen Können auch die Theorie. Du lernst die Golfregeln sowie die Etikette auf dem Platz, sprich, wie du dich gegenüber deinen Mitspielern verhältst, um niemanden beim Spiel zu gefährden. Mit diesem Zertifikat in der Hand darfst du schließlich auf die Fairways und deinen Ball im Loch versenken.

Von der Platzreife zum Handicap

Nach der Platzreife lernst du Golfen. Das ist wie beim Führerschein: Autofahren kannst du auch erst nach einiger Praxis. Das nächste Ziel ist das Erreichen des persönlichen Handicaps. Das Handicap ist die Vorgabe, mit der du spielst. Diese gibt an, wie viele Schläge du auf dem Platz im Idealfall brauchen solltest.

International beginnt das Handicap bei 36. Dies bedeutet, dass du 36 Schläge mehr auf 18 Loch schlagen darfst, um genau so gut wie ein Pro mit Handicap 0 zu sein. In Deutschland vergeben aber viele Klubs ein internes Handicap von 54, eigentlich -54, da es deine tatsächlich gebrauchten Schläge reduziert. Das Handicap ermöglicht, Spieler mit unterschiedlichem Können zu vergleichen.

Der richtige Golfschwung gehört zu den schwierigsten Bewegungsabläufen im Sport. Den lernst du nicht von heute auf morgen. Aber genau das ist das Spannende an dieser Sportart: Du kämpfst immer nur mit dir und gegen dich selbst.

Ideal ist es, den Golfsport gemeinsam mit deinem Partner oder deiner Partnerin zu beginnen, denn Golf ist ein zeitaufwendiger Sport. Je nach Andrang, besonders am Wochenende, bist du schnell mehr als vier Stunden unterwegs. Aber auch für Singles eignet sich Golf spielen, denn auf dem Platz triffst du Gleichgesinnte. Ein Flight besteht aus maximal vier Spielern und nach dem Spiel ist ein gemeinsamer Drink im Klubhaus durchaus Usus.

Welche Ausrüstung ist erforderlich?

Zur Golfausrüstung gehört in erster Linie eine Golftasche mit Schlägern, ein Golf-Trolley, um die Tasche nicht tragen zu müssen sowie ein Paar bequeme Golfschuhe und ein Golfhandschuh. Hinzu kommen Golfbälle, sogenannte Tees, um den Ball am Abschlag aufzusetzen sowie eine Pitchgabel, um Löcher auf dem Green auszubessern. Passende Golfkleidung, Regenjacke und Regenschirm ergänzen die Grundausstattung.

Welche Schläger gehören ins Bag? Ein komplettes Golfset besteht aus 14 Golfschlägern. Es gibt Herren-, Damen- und Juniorensets sowohl für Rechts- wie für Linkshänder. Ein Set beinhaltet einen Driver für den Abschlag, diverse Fairway- und Hybridschläger sowie Eisen fürs Spiel auf dem Fairway, Wedges für die Annäherung ans Grün sowie einen Putter zum Einlochen.

Für Anfänger gibt es auch halbe Sets, die zum Einstieg ausreichen. Ein Driver für den Abschlag ist für Beginner nicht unbedingt erforderlich, da dieser Schlag einiges an Training braucht. Du kannst ebenso mit einem Fairway- und Hybridschläger abschlagen. Dein Golfset kannst du entsprechend deinem Spielkönnen später erweitern. Wähle beim Kauf nicht die billigsten Schläger, ansonsten verlierst du schnell die Lust am Spiel und der Frust ist groß.

Mit welchen Kosten musst du beim Golf spielen rechnen?

Für Bag und Schläger solltest du mit rund 500 Euro kalkulieren. Hinzu kommen für den Golf-Trolley, Schuhe, Handschuh und Bälle weitere 300 Euro. Bis noch Regenjacke, Mütze, das Kleinmaterial und ein kleines Regelbuch dabei sind, bist du in der Summe bei rund 1.000 Euro – allerdings nach oben offen.

Der Platzreifekurs schlägt zwischen 300 und 400 Euro zu Buche. Eine Trainerstunde kostet je nach Club zwischen 60 Euro und 80 Euro. Bei mehreren Teilnehmern kommt es pro Person günstiger. Vielmals offerieren Pros auch einen Paketpreis für mehrere Stunden. Geht der Golflehrer mit dir über den Golfplatz, erhöht sich der Preis.

Wenn du regelmäßig spielen willst, solltest du einen Golfclub auswählen. Dafür steht die Mitgliedschaft in einem regulären Golfclub, in der Vereinigung clubfreier Golfer (VcG) oder als Fernmitglied zur Wahl.

Die Aufnahmebedingungen variieren von Golfclub zu Golfclub sehr stark. Das hängt teils von der Region, aber auch vom Renommee des Clubs ab. Einige verlangen eine einmalige Aufnahmegebühr und anschließend Jahresgebühren. Zum Jahresbeitrag kommt die Abgabe für den Deutschen Golf Verband von rund 186 Euro pro Jahr hinzu.

Die Bandbreite für das Spielrecht auf einem 18-Loch-Golfplatz liegt zwischen 800 und 3.000 Euro im Jahr, der Durchschnittspreis für einen renommierten Klub liegt jährlich etwa bei 1.500 bis 1.800 Euro. Bei manchen Klubs kommen noch Verzehrpauschalen hinzu, um den Umsatz des Clublokals anzukurbeln.

Mit diesem Beitrag darfst du das ganze Jahr über auf deinem Heimatplatz kostenfrei spielen. Viele Clubs besitzen Partnerschaften mit anderen Klubs, die ein kostenloses Spiel oder reduzierte Greenfees erlauben. Greenfee ist die Bezeichnung für die Gebühr, die für eine Golfrunde anfällt.

Zahlreiche Golfklubs verfügen über einen 9-Loch- und einen 18-Loch-Golfplatz. Für Einsteiger gibt es oft Sonderpreise für den kleinen Platz. Der Clubbeitrag für den 18-er gilt meist für beide. Wer hingegen nur eine Mitgliedschaft für den kleinen Bruder besitzt, darf den großen Platz nur gegen Zahlung einer ermäßigten Greenfee spielen.

Die Mitgliedschaft in der Vereinigung clubfreier Golfer (VcG) kostet knapp 200 Euro pro Jahr, zusätzlich kommt die Greenfee je Runde hinzu. Diese beträgt zwischen 60 Euro und 100 Euro pro Spiel. Ähnliches gilt für Golfer einer Fernmitgliedschaft. Viele Clubs bieten diese Variante weiter entfernt wohnenden Mitgliedern an, um ihre Einnahmen zu erhöhen.

Jeder Spieler muss abwägen, wie oft er spielen will oder kann und welche Variante sich für ihn letztlich lohnt.

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